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Der AKiB ist als Fachverband seit 1994 im Bereich der offenen Kinder- und Jugendarbeit tätig. Er entstand aus einem lockeren Arbeitskreis von freien Trägern pädagogisch betreuter Spielplätze, die sich seit Mitte der 80er Jahre regelmäßig trafen um Erfahrungen auszutauschen, sich gegenseitig in der Arbeit zu unterstützen und das Arbeitsfeld in der Öffentlichkeit stärker bekannt zu machen.
Mittlerweile unterstützen wir nicht nur Mitglieder und neue Initiativen zur Gründung von Einrichtungen, sondern sind auch Ansprechpartner für politische Entscheidungsträger, Universitäre Einrichtungen, Sponsoren oder Interessierte aus aller Welt, welche die Arbeit der Berliner Einrichtungen kennen lernen wollen.
Durch Beratungstätigkeit, Organisation von Austausch- und Fortbildungsveranstaltungen, Publikationen und Fachveranstaltungen tragen wir in Kooperation mit Fachbehörden zur Qualitätssicherung und Angebotsentwicklung in der offenen Kinder- und Jugendarbeit bei.
Der monatlich stattfindende Landesarbeitskreis (jeden 2. Mittwoch im Monat) ist zentrales Austausch- und Fortbildungsforum des Landesverbandes. Dabei bemüht sich der Landesverband insbesondere die Prinzipien nachhaltiger Entwicklung und Themen der Agenda 21 in der pädagogischen Arbeit zu verankern.
Der Landesverband organisiert darüber hinaus Fachtagungen zu bestimmten Schwerpunktthemen und Spielfeste, die unmittelbar Kindern und deren Eltern zu Gute kommen, beispielsweise im Rahmen des alljährlichen Umweltfestivals oder zum Weltkindertag. So sollen auch Menschen über die Vielfalt und Qualität der Angebote von Abenteuerspielplätzen und Kinderbauernhöfen informiert werden, in deren unmittelbaren Wohnumfeld es keine solchen Einrichtungen gibt.Nachhaltigkeit ist das Prinzip einer Entwicklung, die den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht und auch künftigen Generationen ermöglicht, ihre Bedürfnisse zu befriedigen. Der Begriff Nachhaltigkeit kommt aus der Forstwirtschaft und bezeichnete bereits vor über hundert Jahren das Bestreben, die Nutzungsfähigkeit der Naturgüter langfristig zu erhalten.
Mit der Verabschiedung der 'Agenda 21' durch 179 Staaten bei der UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung in Rio 1992 wurde Nachhaltigkeit zum zentralen politischen Thema unseres Jahrhunderts. Ökologische Tragfähigkeit und soziale Verantwortung sollen auch im Wirtschaftsleben stärkere Beachtung finden.
Es bedeutet aber für uns alle, dass wir umsteuern müssen - im Denken und Handeln - denn wir leben derzeit vielfach auf Kosten anderer Menschen, der Natur und zukünftiger Generationen.
Wir gehen aktiv mit dieser Herausforderung um. Ausgehend von unseren bisherigen Bemühungen zur Schaffung einer kinderfreundlicheren Stadt leisten wir nach dem Motto 'Gut leben statt viel haben!' Beiträge zu mehr Lebensqualität, befriedigenden Arbeitsfeldern, ökologisch verträglichen Lebensstilen, sozialen Kontakten und Verständigung zwischen den Generationen, unterschiedlichen sozialen Gruppen und Kulturen. Kinderbauernhof & Abenteuerspielplatz
Wir unterstützen Planung, Aufbau und Betrieb von Abenteuerspielplätzen und Kinderbauernhöfen, sowie Austausch und Fortbildung von Fachkräften in diesem Arbeitsfeld. Es handelt sich um Orte, die Kindern und Jugendlichen unabhängig von ihrer sozialen und kulturellen Herkunft oder religiösen Orientierung kostenlos zur Verfügung stehen. Die Plätze werden pädagogisch betreut und tragen dazu bei, dass Kinder ihre Spiel- und Bewegungsbedürfnisse auch in der Stadt befriedigen können. Besondere Qualitäten der Plätze stellen die Möglichkeit zu unterschiedlichen Naturerfahrungen und die selbstständige Gestaltung des eigenen Spiel- und Lebensraums dar.
Schon in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts stellte ein aufgeschlossener dänischer Landschaftsarchitekt namens Christian Sørensen fest, dass sich Kinder lieber auf wilden Brachflächen aufhalten und ihre eigene Spielwelt .Kinderbauernhof konstruieren, als sich auf nett möblierten Spielplätzen aufzuhalten. Er forderte folgerichtig die Einrichtung sogenannter Gerümpel-spielplätze. 1943 richtete er den ersten .Kinderbauernhof Platz dieser Art im Kopenhagener Stadtteil Emdrup ein. Dänemark wurde zur Keimzelle der Bauspielbewegung. Kinderbauernhof & AbenteuerspielplatzDie Idee fand schnell Anklang in anderen Ländern, beispielsweise England, der Schweiz und Deutschland (Mannheim-Erlenhof), wo in den 50er Jahren einzelne Einrichtungen entstanden. Etwa zeitgleich wurden Ende der 60er Jahre der erste Abenteuerspielplatz in Berlin und die erste Jugendfarm in Stuttgart gegründet.Kinderbauernhof & Abenteuerspielplatz Von hier aus begann - begleitet von der pädagogischen Aufbruchsstimmung dieser Jahre - eine regelrechte Gründungswelle in Deutschland, die Ihren Schwung erst Mitte der 70er Jahre etwas verlor. Auch Seither verging jedoch kaum ein Jahr ohne Neugründungen.
Nach dem Mauerfall entstanden - getragen durch die "Spielwagenbewegung" - auch in Ostberlin und den neuen Bundesländern die ersten pädagogisch betreuten Spielplätze. Heute gibt es etwa 400 Einrichtungen in der Bundesrepublik und rund 1000 ähnliche Projekte in ganz Europa. Auch in den USA und in Japan gibt es Abenteuerspielplätze. Kinderbauernhof & Abenteuerspielplatz
2005 veranstaltete die Internationale Vereinigung für Spiel ipa -.Kinderbauernhof 1961 aus der dänischen Abenteuerspielplatzbewegung hervorgegangen - in Berlin einen Kongress zum Thema "spielend leben lernen". 400 Spiel-Profis aus 41 Ländern nahmen daran teil. Kinderbauernhof & Abenteuerspielplatz.Die dargestellten Beispiele zeigen, dass selbstbestimmte Arbeit von Kindern möglich ist und von ihnen gewünscht, gesucht und teilweise selbst geschaffen wird. Dabei geht es keineswegs darum, dass die Kinder als ?billige Arbeitskraft? ausgebeutet, noch dass sie zu Kleinunternehmern hochstilisiert werden, denen suggeriert wird, allein ihres Glückes Schmied zu sein. Die Projekte werden auch nicht allein unter dem Aspekt konzipiert und betrachtet, ob dabei Produkte herauskommen, die ?markttauglich? sind. Dem praktischen Umgang mit Materialien und Techniken wird genauso Bedeutung beigemessen wie der Frage, welchen konkreten Nutzen die hergestellten Produkte erbringen und welcher Bedarf im näheren Umfeld dafür existiert.
Die beteiligten Kinder und Jugendlichen können sich nicht damit begnügen, nur den Arbeitsprozess und seine möglichst befriedigende Gestaltung ins Auge zu fassen, sondern sie müssen sich auch Kenntnisse und Erfahrungen aneignen, die sich auf das ?Management? ihres Unternehmens beziehen. ?Soziale? oder ?politische? Motive, die vielleicht bei der Gründung im Vordergrund standen, müssen gegen wirtschaftliche Erwägungen abgewogen werden. Dabei finden wichtige und lebensnahe Lernprozesse statt. So können die Kinder lernen, dass befriedigende Arbeitsbedingungen ihnen vielleicht wichtiger sind, als möglichst viel Umsatz zu machen, bzw. dass das Streben nach möglichst viel Gewinn ihnen möglicherweise nachhaltig den Spaß an der Arbeit verdirbt und Freundschaften zerbrechen lässt.
Wenn Kinder sich eine selbständige Arbeit (zu schaffen) suchen, geht es ihnen zwar meist darum, sich damit etwas Geld zu verdienen, aber sie verfolgen damit immer auch andere Interessen. Ein starkes Motiv bildet der Wunsch, nicht von anderen gegängelt zu werden und eine Arbeit zu machen, die nützlich, interessant, vielfältig und vielleicht sogar spannend ist. Ebenso erhoffen sie sich davon, dass sie ihnen Zeit und Gelegenheit bietet, miteinander Spaß zu haben und Freundschaften zu schließen. Die Betriebsform spielt demgegenüber eine untergeordnete Rolle.
Es lohnt sich, sich die Überlegungen von Celestin Freinet und John Holt in Erinnerung zu rufen, die in der Arbeit einen bildenden Wert auch für Kinder erkannt haben. Während die traditionelle Arbeitsschulpädagogik die Arbeit vor allem unter funktionellen Gesichtspunkten betrachtet und sich von ihr die Einübung vorab festgelegter Regeln und Normen verspricht, begründen Freinet und Holt die Arbeit von Kindern staats- und gesellschaftskritisch und verstehen sie als Basis einer befreienden Volksbildung und als Ausgangspunkt einer demokratischen Kultur, auch im Verhältnis von Kindern und Erwachsenen. Freinet versteht die Arbeit als Spiegelbild menschlicher Entwicklung. Ihm zufolge ergibt sie für Kinder dann einen Sinn, wenn sie zielgerichtete, gesellschaftlich relevante Arbeit ist, Hand- und Kopfarbeit vereint und von den Kindern selbst gestaltet werden kann. Unter diesen Voraussetzungen kann ?die Arbeit die harmonische Entfaltung aller Kräfte des Kindes gewährleisten und die Grundbedürfnisse des Menschen nach Eroberung, Bewahrung und Weitergabe des Lebens befriedigen helfen?. Dem liegt eine Auffassung des Kindes als sowohl freies und offenes als auch gesellschaftlich bestimmtes Wesen zugrunde, das durch konkrete Aufgabenstellungen und Techniken herausgefordert und auf eine seinen Möglichkeiten entsprechende Weise in das gesellschaftliche Ganze integriert werden kann. Freinet sieht deshalb in der Arbeit des Kindes das zentrale Moment integrativer Lernprozesse.
Von den ersten Jahren an geht in der Ecole Freinet jedes Kind genau wie jeder Erwachsene regelmäßig einer seiner Entwicklung, seinen Möglichkeiten und Veranlagungen entsprechenden Arbeit nach, sei es bei einem Weber, Schreiner, Schmied oder Schuhmacher, sei es in Form einer Tätigkeit in der Landwirtschaft. ?Auf diese Weise werden die Kinder in das gesellschaftliche Leben und in die verantwortliche und produktive Arbeit eingebunden.? Mit wachsendem Alter wird darauf Wert gelegt, dass die Kinder ihre Arbeitserfahrungen reflektieren und im gesellschaftlichen Zusammenhang bewerten. Freinet erkennt, dass die von ihm geforderte Verbindung der materiellen und spirituell-geistigen Dimension der Arbeit unter den Bedingungen individualistischer, nach dem Lohn- und Konkurrenzprinzip organisierter Gesellschaften nicht möglich ist. Die Schule ist angelegt in Form von Arbeitsateliers, die sich teils offen, teils verschließbar um einen Klassen- und Gemeinschaftsraum gruppieren. Die Arbeitsateliers umfassen Ateliers für manuelle Elementararbeiten und Ateliers für geistige Arbeitsvorhaben, oft auch einen Gemüse- und Obstgarten und einen Tierpflegeraum. Mit den vorhandenen Materialien und Apparaturen führen die Kinder verschiedenartige Experimente durch, betrachten kleine Tiere und Pflanzen unter der Lupe, messen und wiegen, produzieren Gebrauchsgegenstände, Spielzeug, technische Modelle usw. Eine wichtige Rolle kommt dem Entwerfen und Drucken ?freier Texte? zu, in denen die Kinder ihre Erfahrungen, Gedanken und Fantasien ausdrücken und mit anderen kommunizieren. Freinet wendet sich ausdrücklich dagegen, von den Klassenräumen getrennte Arbeitsräume einzurichten, weil so erneut eine Trennung von geistigem und werktätigem Tun erzeugt würde.
John Holt geht bei seinen Überlegungen für eine Arbeit, die für Kinder sinnvoll und vorteilhaft ist, von Alltagsbeobachtungen aus und fragt, an welchen Arten von Arbeit Kinder schon von frühem Alter an Spaß haben. Dazu rechnet er Arbeiten, bei denen die Finger in das Material eindringen können (?Schlammkuchen?, ?mit Wasser hantieren?, ?kleine Tümpel oder Gräben bauen?, ?Wasser regulieren?, ?kleine Staudämme anlegen?); Arbeiten mit Material, das gut riecht und sich leicht verändern lässt und das, indem es in eine andere Gestalt gebracht wird, ein neues Produkt ermöglicht. Als Beispiel verweist er auf den Umgang mit Backteig. ?Im Backen liegt eine große Veränderung und Magie: zuerst sehen die Zutaten so aus, und wenig später sehen sie ganz anders aus. Es ist Spannung und Ungewissheit im Spiel: werden die Plätzchen, wird der Kuchen ? oder was immer aus dem Ofen kommen soll ? gelingen?? Als weitere wichtige Eigenschaften einer für Kinder attraktiven Arbeit betrachtet er, dass das Kind nicht (zu) lange warten muss, bis ein greifbares Ergebnis herauskommt; dass die erzeugten Produkte gut zu gebrauchen sind; dass mit handlichem und sinnlichem Werkzeug umgegangen werden kann, z.B. das Malen mit Pinseln (?Bewegungen der Haare des Pinsels auf der Wand?); dass das Kind leicht beurteilen kann, ob es die Arbeit gut oder schlecht gemacht hat. Holt rechnet schließlich auch Arbeiten dazu, bei denen die Werkzeuge unbekannt, exotisch und in gewissem Maße sogar gefährlich sind, vor allem aber dann, wenn sie mit Hitze oder Feuer zu tun haben (z.B. fasziniere Kinder das Schweißen). Holt zieht den Schluss, für Kinder sei ?jede Arbeit gut, bei der sie sehen können, was sie tun, wieviel sie tun und wie gut sie es tun. (...) Wenn die Arbeit einen Sinn hat, den das Kind begreifen kann, wenn sie seine Kraft und sein Geschick in Anspruch nimmt und wenn es bei der Arbeit die Ergebnisse seiner Arbeit beobachten kann, so wird ein Kind auch an sehr schwere und harte Arbeiten herangehen und nicht locker lassen, bis sie getan ist.? Während Holt vor allem das einzelne Kind im Auge hat, betont Freinet die Notwendigkeit, die Arbeit nicht nur individuell zu verstehen und zu gestalten, sondern durch kooperative Arbeit mindestens zu ergänzen. Es ist für die Kinder wichtig, dass sie erfahren, aufeinander angewiesen zu sein, und zugleich die Möglichkeit haben, die Verteilung der verschiedenen Arbeitsaufgaben nach eigenem Ermessen vorzunehmen. Dies ist nur möglich, wenn die Beziehungen ?demokratisch? strukturiert und auch die Erwachsenen, soweit vorhanden, in diese Struktur eingebunden sind. Unter dem Aspekt der Arbeitsbeziehungen stellt sich auch die Frage, in welchem Verhältnis die produktiven, das heißt auf die Herstellung eines Produkts bezogenen Tätigkeiten zu anderen Tätigkeiten stehen, z.B. frei miteinander zu kommunizieren, zu spielen usw. Die konkurrenzbetonte Organisation in kapitalistischen Betrieben schließt solche Tätigkeiten weitestgehend aus. In der selbstbestimmten Arbeit von Kindern sollte dagegen weder Arbeit und ?Freizeit? strikt getrennt, noch das Spielen oder miteinander Spaß haben zu einer arbeitsfremden ?Zusatztätigkeit? werden.
Pädagogisch sinnvolle und nachhaltige Arbeitsprojekte sind in einen bedürfnisorientierten Kontext eingebunden und ihre Produkte oder Dienstleistungen beziehen sich auf entsprechende meist lokalspezifische Notwendigkeiten und Nachfragen. Eine solche soziale Ökonomie, die auch als ?solidarische Ökonomie? oder ?Gemeinwesenökonomie? bezeichnet wird, umfasst ?alle Arbeiten, die zur gemeinsam organisierten Selbstversorgung notwendig sind, alle lebenserhaltenden und ?gestaltenden Arbeiten?. Ihnen liegt der ?Gedanke der Selbstversorgung und der Selbsthilfe? zugrunde und sie haben vorrangig die Bedürfnisbefriedigung der jeweils gemeinsam Wirtschaftenden und ihres nachbarschaftlichen bzw. regionalen Umfeldes zum Ziel. Arbeitsprojekte von Kindern, die sich in diesem Kontext und mit diesen Zielsetzungen entwickeln, können nicht nur entscheidend zur Lebenserhaltung und einer Verbesserung der Lebensbedingungen der Kinder beitragen, sondern sie stärken auch ihre Stellung im Gemeinwesen und fördern ihre soziale Anerkennung. Zudem ermöglichen sie den Kindern, sich als selbständige und kompetente Subjekte zu erfahren, die eine Bedeutung für ihre Mitmenschen haben und soziale Fähigkeiten und Eigenschaften zu erwerben, die in einem Gemeinwesen unverzichtbar sind.
Wir unterstützen Planung, Aufbau und Betrieb von Abenteuerspielplätzen und Kinderbauernhöfen, sowie Austausch und Fortbildung von Fachkräften in diesem Arbeitsfeld. Es handelt sich um Orte, die Kindern und Jugendlichen unabhängig von ihrer sozialen und kulturellen Herkunft oder religiösen Orientierung kostenlos zur Verfügung stehen. Die Plätze werden pädagogisch betreut und tragen dazu bei, dass Kinder ihre Spiel- und Bewegungsbedürfnisse auch in der Stadt befriedigen können. Besondere Qualitäten der Plätze stellen die Möglichkeit zu unterschiedlichen Naturerfahrungen und die selbstständige Gestaltung des eigenen Spiel- und Lebensraums dar.